Der Gendarmenmarkt ist ein nach dem ursprünglich hier angesiedelten Kürassierregiment Gens d’armes benannter Platz im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. Angelegt bei der Stadterweiterung im Jahr 1688, wurde er im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1976–1993 wieder aufgebaut. Auf dem Gendarmenmarkt befinden sich das heute als Konzerthaus genutzte Schauspielhaus von Karl Friedrich Schinkel sowie der Deutsche und Französische Dom von Carl von Gontard. Er gilt als „schönster Platz Berlins“

Friedrich der Große, Sohn des „Soldatenkönigs“, ließ die Stallungen im Jahr 1773 abreißen, und der Platz erhielt nach den Plänen von Georg Christian Unger eine einheitliche Umbauung mit dreigeschossigen Häusern. Zwischen den beiden Kirchen entstand ein kleines französisches Komödientheater, das 1800–1802 durch ein neues Nationaltheater mit 2000 Sitzplätzen ersetzt wurde. Dieses vom Architekten Carl Gotthard Langhans geschaffene Theater brannte 1817 ab. Karl Friedrich Schinkel lieferte die Pläne für das an seiner Stelle im Jahr 1821 fertiggestellte königliche Schauspielhaus. Dieses hieß nach seinem Wiederaufbau nach Kriegszerstörungen ab 1950 Schauspielhaus. Seit den letzten Renovierungsarbeiten in den 1990er Jahren ist es das Konzerthaus Berlin und bildet den Mittelpunkt dieses einmaligen Platzensembles.

Der Gendarmenmarkt war Ort wechselhaften politischen Geschehens in Berlin. Die Revolution von 1848/1849 kündigte sich schon 1847 auf dem Gendarmenmarkt durch die Kartoffelrevolution an, einen Aufruhr gegen gestiegene Lebensmittelpreise. Die in den Barrikadenkämpfen während der Märzrevolution von 1848 Gefallenen wurden auf den Stufen des Deutschen Doms feierlich aufgebahrt. Ab September 1848 tagte die Preußische Nationalversammlung mehrere Wochen im Großen Saal des Schauspielhauses.

Das Denkmal für Friedrich Schiller vor dem Schauspielhaus ist eine Auftragsarbeit an Reinhold Begas. Die feierliche Grundsteinlegung erfolgte am 10. November 1859 anlässlich des 100. Geburtstags des Nationaldichters, zwölf Jahre später die Einweihung. Zwischen 1871 und 1936 hieß dieser Teil des Gendarmenmarkts Schillerplatz.

Im Jahr 1936 wurden das Schillerdenkmal entfernt sowie die gärtnerischen Schmuckanlagen vor dem Schauspielhaus beseitigt und durch ein großflächiges Muster quadratischer Platten ersetzt, das auch nach vielen Umbauarbeiten noch immer vorhanden ist (Stand: 2016). Die Umgestaltung repräsentativer Plätze im Zentrum Berlins während der nationalsozialistischen Herrschaft – neben dem Gendarmenmarkt betraf dies den Lustgarten, den Kaiser-Franz-Joseph-Platz (bzw. Opernplatz, heute: Bebelplatz) und den Wilhelmplatz – diente vor allem dazu, Aufmarschplätze für propagandistische Veranstaltungen zu schaffen.

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